Oliver Basu Mallick

Oliver Basu Mallick
Oliver Basu Mallick Bild: (c) Katrin Biller

Europa ist meine Heimat und in Bochum bin ich zuhause.

Ich wurde 1974 in Halle Westfalen geboren. Im Gegensatz zu meinen Eltern habe ich Krieg nie erlebt. Als Kind eines indischen Vaters und einer deutschen Mutter war ich oft in Indien.

Ich hatte das Glück der Geburt in Deutschland. Bei unseren Reisen nach Indien habe ich gesehen, wie es anderen Kindern und ihren Familien geht. Ich hatte immer mein Rückflugticket und meinen deutschen Pass in der Tasche. Mein Geburtsland Deutschland schenkte mir ein sicheres Leben.

Ich kann durch 26 Länder reisen, ohne dass ich meinen Reisepass zeigen muss. Für mich bedeutet Europa Frieden und Freiheit.

Die Wahrung von Würde und die Bedürfnisse von Menschen standen von Anfang an im Mittelpunkt meines politischen Engagements. Ich bin 1995 in die SPD eingetreten und engagiere mich seither für die sozialdemokratische Sache. In den 1990er Jahren fing ich an, mich bei den Jusos einzubringen. Einige Zeit war ich auch Sprecher der Bielefelder Jusos. Heute engagiere ich mich im Bochumer SPD-Ortsverein Grumme-Vöde als Beisitzer im Vorstand.

Während meines Studiums in Münster fand ich schnell den Weg zu dem größten unparteilichen und europäischen Studierendenforum AEGEE (Association des États Généraux des Étudiants de l’Europe, auch bekannt als Europäisches Studierendenforum). Gemeinsam mit Freunden habe ich internationale Kongresse organisiert, auf denen über europäische Themen vor Ort diskutiert wurde – wir haben Europa gelebt.

Zwei Punkte habe ich bei AEGEE gelernt: Europäische Austauschprogramme sind das Wichtigste, um Europa zu verstehen. Leider werden immer noch zu viele Anträge für ein Erasmus-Stipendium abgelehnt. Wir brauchen eine Stärkung des Erasmus-Programms, damit noch mehr junge Menschen in einem anderen Land lernen und studieren können. Davon wird die Hochschullandschaft in Bochum profitieren. Auch habe ich bei AEGEE gelernt, dass Europa sehr wohl eine gemeinsame Sprache hat – die der Übersetzung.

Für ein solidarisches und friedliches Europa

Nachdem ich mein Geographiestudium in Münster abgeschlossen hatte, konnte ich dank der Unterstützung der Friedrich-Ebert-Stiftung für einen Masterstudium nach Australien gehen. Dort studierte ich mit Menschen aus Kenia, Pakistan oder Papua-Neuguinea. Wenn ich mich mit meinen Kommiliton*innen über Menschenrechte oder Meinungsfreiheit ausgetauscht habe, wurde mir schnell klar – Europa ist ein Ort der Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte und Solidarität.

In vielen Mitgliedsländern zerbröselt aber der Populismus und Nationalismus den Urgedanken der EU. Sie lassen sich mit demokratischen Mitteln wählen, um anschließend die Demokratie von innen auszuhöhlen. Die SPD hat schon einmal erlebt, wohin Populismus und Nationalismus führen kann. Und gerade in Zeiten politischer Wut müssen wir zeigen, dass wir gesellschaftliche Probleme lösen können. Wir dürfen den Populisten und Nationalisten nicht das Europäische Parlament überlassen!

Ich glaube an eine gerechtere Welt

Beruflich setze ich mich für eine solidarische Welt ein. Ich habe bei Nichtregierungsorganisationen in Hamburg, Berlin und Bochum gearbeitet. Heute betreue ich die Großspender*innen bei der UNO-Flüchtlingshilfe in Bonn. Mit anderen Worten: Mein Hauptanliegen ist interkulturelles Management und Werbung für soziale Organisationen.

Das Schauspielhaus in Bochum am Abend, 07.11.2018. +++ Foto: Lutz Leitmann / Stadt Bochum
Schauspielhaus Bochum am Abend Bild: Lutz Leitmann / Stadt Bochum

In all den Jahren ist Bochum mein Lebensmittelpunkt geblieben – der Liebe wegen.

Mir ist ein soziales Europa wichtig! Nur wenn es unseren Nachbarn in Europa gut geht, kann es uns in Deutschland und Bochum auch gut gehen. Gemeinsam mit unseren europäischen Nachbarn können wir Antworten auf Herausforderungen wie die Globalisierung oder Digitalisierung finden.